GEMEINDEBUND
Inhalt
Das Wort
Sorgen
2. Tim 2,19
Wo ist Kirche?
Kirche und Gemeinde
Was ist Gemeinde?
Apg 1,10-11
Aufbruch
Gemeinde
David und Goliath
Vergebung
Fehler
Die Taufe
Aufbruch Gemeinde
am Scheideweg
Pfr. Heinrich Vogel
Gemeindekirche
Hauptproblem
Freude
Kirche ist Gemeinde
Ortsgemeinde
Pflügen
Wormser Wort
Vortrag
Vortrag zur Begegnung am 26. Juni 2010 in Lübbenau-Zerkwitz, Pfr. Dr. Karl Martin
Kirche ist Gemeinde,
ist dort, wo dem Wort geglaubt und gehorcht wird;
dort ist die Mitte!
 1)
Dietrich Bonhoeffers Kirchen- und Gemeindeverständnis
Dietrich Bonhoeffers wurde 1906 in Breslau geboren. Bereits 1912 zog die Familie nach Berlin, weil der Vater eine Professur an der Charité, dem Krankenhaus der Berliner Universität, angenommen hatte. Fortan war Berlin Lebensmittelpunkt und Wirkstätte Dietrich Bonhoeffers. Nach der Schulzeit folgten das Theologiestudium, Promotion und Habilitation sowie ein Studienaufenthalt in New York. 1931 ist Bonhoeffer wieder in Deutschland. Er beginnt mit seiner Vorlesungstätigkeit an der Berliner Universität. 1932 hält er die Vorlesung über das „Wesen der Kirche“ (in betonter Abgrenzung zu Harnacks „Wesen des Christentums“).
Der aufkommende Nationalsozialismus und die Machtübernahme führen zu einem immer stärker werdenden Einfluss der Deutschen Christen. Bonhoeffer ist unsicher über seinen Weg und seine Aufgaben. Er entschließt sich, für eine gewisse Zeit die Auslandspfarrstelle der Deutschen Gemeinde in London zu übernehmen. Ab 1933 ist er in London tätig, bis ihn der Ruf zum Leiter des neuen Predigerseminars der Bekennenden Kirche in Pommern erreicht. 1935 wechselt er in diese Arbeit; das Predigerseminar hat seinen Standort zuerst in Zingst, dann in Finkenwalde bei Stettin.
Von seinem Schwager, zuerst im Justizministerium und im Reichsgericht, dann im Oberkommando der Wehrmacht tätig, wird Bonhoeffer sehr genau über die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes informiert. Die Verfolgung und Ermordung der Juden und anderer Minderheiten nimmt unerträgliche Ausmaße an. Bonhoeffer entschließt sich zur Teilnahme am Widerstand und an der Konspiration gegen Hitler. 1943 wird er verhaftet und in das Wehrmachtuntersuchungsgefängnis im Berlin-Tegel verbracht. Im Herbst 1944 kann die Mitwirkung Bonhoeffers bei der Vorbereitung des Attentats vom 20. Juli nachgewiesen werden. Am 9. April 1945 wird er im KZ Flossenbürg von der SS ermordet.
Dietrich Bonhoeffer Bonhoeffer hatte das Versagen der deutschen Kirchen gegenüber dem Nationalsozialismus miterlebt. Er hoffte, dass mit der Bekennenden Kirche ein neuer Anfang möglich wäre. Während seines Gefängnisaufenthaltes in Berlin-Tegel arbeitete er intensiv an seinen theologisch-ethischen Konzepten sowie an den Plänen für die Zeit nach dem Krieg, für dessen näher rückendes Ende er eine Niederlage Deutschlands erwartete. Der Neuaufbau seiner Kirche lag ihm am Herzen. Er wünschte sich eine „Kirche für andere“, die mehr ist als nur ein Selbstzweck. 2) „Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist.“ 3)
Bonhoeffer hoffte, dass sich in der Kirche und mit der Kirche ein Neuwerdungsprozess vollziehen werde. Ihm stand eine Ablösung des bisherigen Staatskirchentums durch die Bekennende Kirche vor Augen. 4) Für die Zeit nach dem Krieg sah er für die Bekennende Kirche Möglichkeiten der freien Entwicklung und Entfaltung kommen. In diesem Sinn schrieb er in seinen Gedanken zum Tauftag von Dietrich Wilhelm Rüdiger Bethge im Mai 1944:
„Bis Du groß bist, wird sich die Gestalt der Kirche sehr verändert haben. Die Umschmelzung ist noch nicht zu Ende, und jeder Versuch, ihr vorzeitig zu neuer organisatorischer Machtentfaltung zu verhelfen, wird nur eine Verzögerung ihrer Umkehr und Läuterung sein.“ 5)
Bonhoeffer spricht in diesem Zitat auch von der Versuchung, der Kirche vorzeitig zu neuer organisatorischer Machtentfaltung zu verhelfen. Er hält es für möglich, dass solche Versuche nach dem Krieg unternommen werden – und dass damit der Neuwerdungsprozess der Kirche verzögert wird. „Vorzeitig“ wären solche Versuche, wenn sie vor Abschluss des Umstellungsprozesses der kirchlichen Strukturen unternommen würden und wenn die organisatorische Machtentfaltung im Grunde eine Fortsetzung und Unterstützung des bisherigen Staatskirchentums bedeutete. Wir müssen rückblickend fragen: Ist es tatsächlich zu solchen Versuchen gekommen – oder sind sie ausgeblieben?
Eine Antwort auf diese Frage kann uns Bonhoeffer nicht mehr geben – er wurde im April 1945 ermordet. Aber einer seiner Weggefährten kann uns Auskunft erteilen. Martin Niemöller überlebte den Krieg. Nach seiner Befreiung wählte er seinen Wohnsitz für die ersten Monate in Büdingen in Hessen. Er war von der Neugründung der EKD im August 1945 in Treysa und von dem restaurativen Kurs der EKD zutiefst enttäuscht. Die Einsichten der Bekennenden Kirche, wie sie in der Barmer Theologischen Erklärung zum Ausdruck kommen, spielten plötzlich keine Rolle mehr bzw. nur noch eine untergeordnete Rolle. Martin Niemöller schreibt in einem Brief aus Büdingen vom 22. Juni 1946, den er an seinen Kollegen Hans Asmussen richtet:
"Die EKiD ist zu einer undefinierbaren Größe geworden, deren Legalität im Blick auf ihr Zustandekommen völlig in der Luft schwebt und deren Tätigkeit einen rein personellen und bürokratischen Charakter anzunehmen droht, wobei Anliegen in den Vordergrund treten, die mit der Barmer Erklärung (trotz der Feststellung in Treysa) keinerlei innere Verbindung haben.
In den Landeskirchen herrscht überall eine kaum noch zu verbergende Politik der Restauration und Reaktion, nicht das Wort Gottes und seine kräftige Hervorhebung in der Verkündigung und Ordnung der Kirche stehen im eigentlichen Mittelpunkt, sondern Bestrebungen, die ‚Heimatkirche‘, die rechtlich verfaßte Kirche von vorgestern, die konfessionalistische Eigenbrötelei und hierarchisch-liturgische Romantik zu entscheidenden Gesichtspunkten zu machen.“ 6)
Warum sind diese historischen Vorgänge für uns heute von Interesse? Sie können uns bewusst machen, dass der kirchenpolitische Kurs unserer Landeskirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, unter dem wir leiden, sehr alt ist. Er hat spätestens 1945 begonnen. Und zu diesem Kurs gehört programmatisch die Abwertung der Gemeinden. Martin Niemöller bedauert in seinem Brief, dass die Kirche nicht nur einen restaurativen Kurs eingeschlagen hat, sondern auch die Abwertung der Gemeinden praktiziert. Er schreibt:
„Bei all dem wird die Gemeinde geflissentlicht entmündigt zu Gunsten eines unevangelischen Verständnisses des Amtes bezw. der Ämter; und es gibt bis zur Stunde nicht eine Landeskirche, die grundsätzlich hiervon eine Ausnahme machte.“
Die kirchliche Entwicklung war und ist nicht alternativlos. Scheinbare Sachzwänge entpuppen sich als ideologisch überhöhte Interessenlagen. Die Alternativen lauten:
Betreuungskirche oder Bekenntniskirche
Volkskirche Gemeindekirche
Kirche von oben Kirche von unten
Kirche als hierarchische
Organisation
Kirche als Gemeinschaft
Gleichberechtigter
Der restaurative Kurs 1945 war nicht zwangsläufig. Man hätte es anders wissen können. Die Erfahrungen des Kirchenkampfes hatten eine andere Lehre vermittelt. 7) Schon 1932 hatte Bonhoeffer in seiner Vorlesung über das „Wesen der Kirche“ gesagt:
„Kirche ist Gemeinde“ 8)
Die Gemeinde ist der Ort der Erneuerung und Verlebendigung. Dort sind die Menschen, die Interessen und Engagement mitbringen. Die Potenziale der Gemeinden werden sich erschließen, wenn wir ihnen Eigenverantwortung und Kompetenzen zubilligen. Es gibt die Redewendung, die Gemeinden seien ein schlafender Riese. Es geht darum, diesen Riesen zu wecken und seine Potenziale zu aktivieren. Die Kirche hat die Kraft zur Erneuerung in den Gemeinden. Wenn alles beim Alten bleiben soll, muss man die Gemeinden abwerten. Wenn ein Prozess der Erneuerung in Gang kommen soll, muss man die Gemeinden stärken.
Das vollständige Bonhoeffer-Zitat lautet:
„Kirche ist Gemeinde,
ist dort, wo dem Wort geglaubt und gehorcht wird;
dort ist die Mitte!“ 9)
Die Gemeinde ist das Wichtigste an der Kirche. Sie ist das „primum“ 10) – wie Bonhoeffer formuliert. Das lateinische Wort „primum“ heißt auf Deutsch „das Erste“. Am Anfang der geschichtlichen Entwicklung standen die Gemeinden. Erst sekundär ist der Organisationsapparat Kirche hinzugekommen. Die Gemeinden sind nicht für die Kirche da, sondern die Kirche hat den Gemeinden zu dienen. In den Gemeinden realisiert sich der Sinn und das Ziel des christlichen Lebens. Und dies nicht deswegen, weil sie besonders attraktiv und bewunderungswürdig wären – es gibt auch sehr armselige gemeindliche Verhältnisse – sondern weil sich in ihnen die Verkündigung ereignet.
Die Gemeinden sind das „primum“, weil in ihnen verkündigt, geglaubt und dem Wort gehorsam gelebt wird. Wer an dem Hören der Verkündigung teilnimmt, gehört zur Gemeinschaft. An dem Hören der Gemeinde nimmt teil, wer hingeht und sich körperlich einfindet. Zur Gemeinde muss man gehen, will man die Kraft dessen, was in der Gemeinde geschieht, erfahren. Es geht nicht um zahlende Mitgliedschaft, sondern um lebendige Anwesenheitsgliedschaft, teilnehmende Lebensgliedschaft. Die Begegnung mit Gott und die Begegnung mit dem Nächsten sind gleichwichtig. In der Begegnung mit dem Nächsten tritt mir Gott gegenüber. Und in der Begegnung mit Gott werden mir Brücken zum Mitmenschen geschenkt.
Dort – sagt Bonhoeffer – wo dies geschieht, ist die Mitte. Dort ist der wichtigste Ort. Am wichtigsten ist derjenige Ort, den ich nicht mehr verlassen möchte, ohne den ich nicht mehr leben möchte. Die gemeinsame Freude an diesem Ort, die Erfahrungen des Trostes, die uns verbinden, die gemeinsamen Wege des Suchens und Lernens sind zu einem untrennbaren Bestandsteil meines Lebens geworden. Wo Gott Menschen zusammenführt, ist immer der wichtigste Ort. Wo Gott Menschen in einer Ehe zusammenführt, ist diese Beziehung für diese beiden Menschen der wichtigste Ort. Und wo Gott Menschen in einer Gemeinde zusammenführt, wird die Gemeinde zum wichtigsten Ort.
Dazu gehört nun auch, dass dieser Ort eine besondere Würde hat. Und diese Würde zeigt sich in dem Recht zur Selbstbestimmung. Mit der Würde erkenne ich an, dass eine Person oder Gruppe eine bestimmte Identität hat, eine Herkunftsgeschichte und eine Zukunftsperspektive, die von dieser Person oder Gruppe geprägt sind und deren Gestaltung durch die Identitätsträger selbst zu achten ist. Die Würde einer Person hat zur Folge, dass es für sie ein Recht zur Selbstbestimmung gibt. Die Würde der Ehe hat zur Folge, dass Eheleute für ihre Familie ein Recht zur Selbstbestimmung haben. Und die Würde der Gemeinde verlangt, dass es auch für Gemeinden ein Recht zur Selbstbestimmung gibt.
In diesem Zusammenhang spricht Bonhoeffer von dem „Wissen der Gemeinde“ 11). Das Wissen der Gemeinde ist mehr als das Wissen eines Einzelnen. Die Gemeinde kennt ihre Situation, sie weiß besser als andere, in welchen Fragen sie steht und welche Herausforderungen auf sie zukommen. Insofern enthält ihr Wissen Einsichten, die sie den übrigen kirchlichen Instanzen voraus hat. Bonhoeffer geht sogar noch einen Schritt weiter. Er sieht die Gemeinde nicht nur bei den Planungseinsichten, sondern auch bei den Glaubenseinsichten im Vorteil. „Die Gemeinde weiß um die Wahrheit (der Gotteserkenntnis) &hellip Die Gemeinde, die Autorität hat, ist eine Funktion über mir. Gemeinde ist Subjekt des Wissens! Dadurch kann auch ich sachlich sein.“ 12)
Der restaurative Kurs seit 1945 hat die Kirche nicht weitergebracht. Die Versuche im Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR, die Volkskirche hin zu einer stärker gemeindeorientierten Freiwilligkeitskirche in kritischer Solidarität zur Gesellschaft weiterzuentwickeln, wurden nach 1989 wieder eingestellt; der Bund der Evangelischen Kirchen wurde aufgelöst. 13) Wir im Gemeindebund (www.gemeindebund-online.de) sind nicht mehr bereit, den Abwärtstrend unserer Kirche tatenlos hinzunehmen. In den Gemeinden, die das Wort hören und mit dem Wort leben und denen Menschen und menschliche Beziehungen und ihre Würde ganz wichtig sind, erkennen wir die entscheidende Kraft der Erneuerung. Deswegen sind uns die Gemeinden so wichtig, weil wir in ihnen die Kraft der Überwindung der Einsamkeit erfahren: „Wo Kirche ist, da ist nie Einsamkeit.“ 14)
Gott mache uns im Glauben kühn
und in der Liebe reine.
Er lasse Herz und Zunge glühn,
zu wecken die Gemeine.
Und ob auch unser Auge nicht
in seinen Plan mag dringen:
er führt durch Dunkel uns zum Licht,
lässt Schloss und Riegel springen.
Des wolln wir fröhlich singen! ( Lautsprecher EG 259,3)

1) Zitat aus Dietrich Bonhoeffers Vorlesung über das „Wesen der Kirche“, DBW 11, S. 250
2) Die Kirche als Selbstzweck kritisiert Bonhoeffer in seinen Gedanken zum Tauftag von Dietrich Wilhelm Rüdiger Bethge, Mai 1944, DBW 8, S. 435.
3) DBW 8, S. 560
4) In einem Brief an Eberhard Bethge vom 9.10.1940 sieht Bonhoeffer vier Möglichkeiten des Kircheseins:
Kirche auf der Basis päpstlicher Autorität,
Kirche auf der Basis weltlicher Autorität,
Kirche auf der Basis von Wort und Bekenntnis und
Kirche auf der Basis des Protestes gegen falsche Autoritäten.
„Es ist die Frage, ob nach der Trennung von der päpstlichen und der weltlichen Autorität in der Kirche eine Autorität in der Kirche aufgerichtet werden kann, die allein vom Wort und Bekenntnis her begründet ist. Ist eine solche Autorität nicht möglich, dann ist die letzte Möglichkeit evangelischer Kirche vorbei; dann gibt es wirklich nur Rückkehr nach Rom oder unter die Staatskirche oder den Weg in die Vereinzelung, in den ‚Protest‘ des echten Protestantismus gegen falsche Autoritäten“ (DBW 16, S. 66).
5) DBW 8, S. 436
6) Mir liegt der Brief von Martin Niemöller in einer Abschrift von Dekan Lic. Schmauch vor.
7) Die Bekennende Kirche hat von Anfang an Wert auf die Gemeinden gelegt. „Die hierarchische Gestaltung der Kirche widerspricht dem reformatorischen Bekenntnis. Ihre echte kirchliche Einheit kann die Deutsche Evangelische Kirche nur auf dem Weg gewinnen, daß sie der Gemeinde als Trägerin der Wortverkündigung den ihr gebührenden Platz läßt.“ (Erklärung zur Rechtslage der Kirche, Barmen 1934).
Der Bruderrat der altpreußischen Union verabschiedete am 7. November 1944 eine „Denkschrift von rechter Kirchenordnung“, die die Grundsätze beschrieb, nach denen die Kirche nach dem Krieg neu aufgebaut werden sollte, vgl. Wilhelm Niesel, Kirche unter dem Wort – Der Kampf der Bekennenden Kirche der altpreußischen Union 1933–1945, in: Arbeiten zur Geschichte des Kirchenkampfes, Ergänzungsreihe, Band 11., Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1978, Seite 293ff.
Der Abschnitt II der „Denkschrift“ beschäftigt sich mit der Gemeinde, „mit ihren Diensten, vor allem dem Predigtamt, die die Verkündigungsaufgabe der Gemeinde erfüllen sollten. ‚Da in jeder Ortsgemeinde die ganze Kirche gegenwärtig ist, trägt jede Gemeinde für das Leben der Gesamtkirche eine Mitverantwortung.‘ Deren Aufsichtsbefugnis muß auf das für die rechte Verkündigung Unerläßliche beschränkt sein und ‚die Gemeinde in der Gestaltung ihres kirchlichen Lebens, in der Wahl ihrer Amtsträger und Angestellten und in der Verwendung ihrer Mittel soweit als irgend möglich selbständig‘ bleiben. Die Verantwortung der Gemeinde für die Äußere und die Innere Mission wird hervorgehoben und die rechte Leitung der Gemeinde durch den Pfarrer und die Ältesten umschrieben“ (Wilhelm Niesel, aaO, S. 297).
Die „Denkschrift“ ist geprägt von der Erkenntnis, „daß die Gemeinden bis in die Finanzverwaltung hinein möglichst selbständig sein sollen“ (Wilhelm Niesel, aaO, S. 299).
Wilhelm Niesel stellt hinsichtlich der Kirchenordnungen nach 1945 enttäuscht fest: „Als nach dem Kriege die Ordnungen nach diesen Richtlinien geschaffen wurden, wurde die vorgesehene, weitgehende Selbständigkeit der Gemeinden nicht genügend anerkannt und leider auch im Westen allmählich immer mehr außer Kraft gesetzt.“ (Wilhelm Niesel, aaO, S. 299).
8) Zitat aus Dietrich Bonhoeffers Vorlesung über das „Wesen der Kirche“, DBW 11, S. 250
9) DBW 11, S. 250
10) DBW 11, S. 258
11) DBW 11, S. 260
12) DBW 11, S. 260
13) Der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR (BEK, innerhalb der DDR-Kirchen verkürzend oft nur Bund genannt) war ein Zusammenschluss der acht auf dem Gebiet der DDR existierenden evangelischen Landeskirchen. Er wurde 1969 gegründet und löste sich nach der Wiedervereinigung 1991 zugunsten der EKD wieder auf, vgl. Wikipedia <de.wikipedia.org/wiki/Bund_der_Evangelischen_Kirchen_in_der_DDR>.
14) Dietrich Bonhoeffer hat diesen wunderbaren Satz in seinem spanischen Tagebuch formuliert (DBW 10, S. 21).
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