GEMEINDEBUND
Inhalt
Das Wort
Sorgen
2. Tim 2,19
Wo ist Kirche?
Kirche und Gemeinde
Was ist Gemeinde?
Apg 1,10-11
Aufbruch
Gemeinde
David und Goliath
Vergebung
Fehler
Die Taufe
Aufbruch Gemeinde
am Scheideweg
Pfr. Heinrich Vogel
Gemeindekirche
Hauptproblem
Freude
Kirche ist Gemeinde
Ortsgemeinde
Pflügen
Wormser Wort
Andacht
Lohn – Fehler – Zweifel – Hoffnung (Tageslosung)
zur Begegnung am 8. November 2008 – Pfr. Johannes Simang
Wer kann merken, wie oft er fehlet?
Verzeihe mir die verborgene Sünde!
(Ps 19,13)
Gott hat den Heiligen Geist über uns reichlich ausgegossen durch Jesus Christus, unsern Heiland, damit wir, durch dessen Gnade gerecht geworden, Erben des ewigen Lebens würden nach unserer Hoffnung.
(Titus 3,6-7)
Psalm 19 ist ein Hymnus. Inhalt dieses Hymnus' ist das Lob auf die Schöpfung, auf den Schöpfer und auf das Gesetz Gottes – wie es den Menschen in den kultischen Überlieferungen offenbar wird. …
Vers 13 ist in diesem Hymnus ein Teil eines persönlichen Gebetes:
„Dein Knecht lässt sich warnen: Wer deine Gebote hält, hat reichen Lohn. Versehen – wer merkt sie? Vergib mir die verborgenen Sünden – vor Frevlern behüte deinen Knecht, dass sie nicht über mich Herr werden.“
Wie ein Bekenntnis spricht der Beter sein Gebet: „Wer das Gesetz Gottes befolgt, wird seinen Segen spüren.“
In diesem Gebet ist erkennbar, dass hinter der starren Form des Hymnus ganz persönliche Erfahrungen stehen. Wir kennen das vom Vaterunser. Der uns allerdings mitunter fremde Lohn- und Vergeltungsgedanke, der diesem Text abspürbar ist, wird hier nicht verleugnet (wie auch im Neuen Testament bei Paulus nicht), sondern weist darauf, dass der Gehorsam gegen das Gesetz zu einer inneren Befreiung führt, zur Freude am Bewahrtsein vor dem Bösen. Es geht hier nicht um den Anspruch auf Lohn, um ein Aufrechnungsverhältnis, sondern um eine Hoffnung, die einen inneren Lohn verheißt – eine Hoffnung nur, die aber zum Ziel hat: inneren Frieden und ein gutes Gewissen, in dem die Bitte um Vergebung enthalten ist.
Wer kann merken, wie oft er fehlet? In meinem Ringen um das Wohl der Gemeinde stellt sich mir immer wieder diese Frage; häufiger noch, wenn ich aufgrund dieses Ringens im Kämpfen für gerechte Strukturen mich gemobbt fühle.
Im Pfarrverein begleiten wir immer wieder Kolleg/inn/en in solchen Situationen. Immer wieder begegnet uns dieser immer stärker werdende Selbstzweifel. Größerer Druck erhöht die Selbstzweifel! Und ich frage mich: „Wie können die ohne Selbstzweifel leben, die diesen Druck erzeugen?“ In keinem Gespräch habe ich darauf eine Antwort gefunden!
Aber ich bin dankbar, dass ich um Verzeihung bitten kann – auch für die Fehler, die ich nicht erkenne. Jedes Mal, wenn ich bete: „Führe mich nicht in Versuchung“, werde ich dessen gewahr, fühle ich, dass Hoffnung mir Kraft gibt, spüre ich, wie sehr ich des guten Gewissens bedarf, um nicht aufzugeben, sondern mich einzusetzen für das, was mir als gerechtes Handeln ins Herz geschrieben ist.
Der Hymnus schließt: „Du bist mein Fels und Erlöser!“ Oder – mit meinen Worten gesagt: Du bist der Grund, auf dem unsere Hoffnung fest bleibt, weil wir um die Verheißung wissen, die Paulus (an Titus) formuliert:
„Gott hat den Heiligen Geist über uns reichlich ausgegossen durch Jesus Christus, unsern Heiland, damit wir, durch dessen Gnade gerecht geworden, Erben des ewigen Lebens würden nach unserer Hoffnung.“
Amen.
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