GEMEINDEBUND
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Taube
Presseerklärung vom 11. Juli 2009
Das Bedürfnis danach, die Interessen der Kirchengemeinden theologisch zu formulieren und in den Landeskirchen zur Geltung zu bringen, wird angesichts der Reformbestrebungen im Geiste des EKD-Papiers „Kirche der Freiheit“ und der damit einhergehenden „ideologischen Ökonomisierung“ (Moltmann) in immer mehr Landeskirchen erkannt. Vergleichbare Initiativen wie den Gemeindebund gibt es mit dem „Aufbruch Gemeinde“ bereits in Bayern und demnächst auch in Hannover. Die theologische Grundlegung verdanken die Initiativen besonders Prof. Dr. Christian Möller in Heidelberg.
Angesichts des Widerstandes, auf den die Initiativen in den Landeskirchen stoßen, empfinden sie den Austausch untereinander als wichtige Stärkung. So freute sich der Gemeindebund besonders, dass er am 10. Juli 2009 den Mitinitiator des „Aufbruchs Gemeinde“, Dekan Dr. Gerhard Schoenauer aus Pegnitz zu einer Vortragsveranstaltung im Andreas-Haus der Kirchengemeinde St. Markus am Ostbahnhof in Berlin begrüßen konnte. Dekan Dr. Schoenauer berichtete über die theologischen Überlegungen, die die Gründung des „Aufbruchs Gemeinde“ veranlassten und widmete sich sodann seinem Steckenpferd, der Visitation der Gemeinden als geschwisterlichem Besuchsdienst im Unterschied zur aufsichtsrechtlichen Inspektion, die aus der Visitation gänzlich zu verbannen sei.
Im Anschluss an den Vortrag enwickelte sich eine rege Diskussion über die neue Visitationsordnung der EKBO und die Möglichkeit, einen geschwisterlichen Besuchsdienst zwischen Gemeinden des Gemeindebundes aufzubauen. Auf allseitige Zustimmung stieß, dass eine Visitation abzulehnen sei, wenn sie aufsichtsrechtliche Maßnahmen, z.B. die Auflösung eines Gemeindekirchenrates, vorbereiten soll; ein Umgang auf gleicher Augenhöhe, der einmütig als Voraussetzung für eine christliche Vistation gehalten wurde, könne in einer solchen Konfliktsituation nicht in ausreichendem Maße stattfinden. Alle Anwesenden sahen einen geschwisterliche Besuchsdienst zwischen Gemeinden als möglich und wünschenswert an; insbesondere könnte ein solcher Besuchsdienst im nahen zeitlichen Zusammenhang einer amtskirchlichen Visitation sinnvoll sein, um die Unterschiede zu demonstrieren.
Der Abend im Andreas-Haus schloss mit einem Bericht zur Situation im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin und der Ev. Pfingst-Kirchengemeinde in Berlin-Friedrichshain. Ferner wies Rechtsanwalt Georg Hoffmann auf das Verwaltungsämtergesetz aus dem Jahr 2000 hin, dass als Regelaufgabe der Kirchlichen Verwaltungsämter die Verwaltung von gemeindlichen Grundstücken vorsieht; es wird offenbar, wie aus dem Kirchenkreis Neukölln bekannt wurde, nunmehr damit begonnen, das Gesetz zu vollziehen; betroffen werden Grundstücke sein, die Erträgnisse bringen, z.B. Mietshäuser und Kirchenwald.
Dekan Dr. Schoenauer lud den Gemeindebund zum 2. Aktionstag des „Aufbruchs Gemeinde“ am 7. November 2009 in Nürnberg ein. Der Gemeindebund hat die Einladung dankbar angenommen und seine Teilnahme zugesagt.
Berlin-Charlottenburg, den 11. Juli 2009
Für den Vorstand des Gemeindebundes
Georg Hoffmann
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