GEMEINDEBUND
Inhalt
Dezember 2007
Jan./Febr. 2008
April 2008
Juni 2008
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November 2008
Januar 2009
Januar 2009
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März 2011
Juni 2011
Juni 2012
September 2012
November 2012
Forum
Theologische Grundlegung für einen ökumenisch offenen Gemeindenbund – von Rudolf Schwerendt
Dieser Vorschlag stützt sich auf Aussagen des neutestamentlichen Epheserbriefes und der Kirchenaussage des die Christen verbindenden Glaubensbekenntnisses von Nizäa-Konstantinopel (380).
„Christus gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi.“ Epheserbrief 4,11–12 (Einheitsübersetzung)
Mit vielen Kirchen und christlichen Gemeinschaften auf der Welt bekennt die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz die eine heilige katholische (allgemeine) und apostolische Kirche und weiß sich mit ihnen dieser Kirche zugehörig. Diesen Glaubenssatz in die gegenwärtigen Lebensprozesse hinein zu verwirklichen ist uns aufgetragen.
Die eine heilige katholische und apostolische Kirche ist eine Gründung des dreieinigen Gottes. Nach dem Neuen Testament stellt die christliche Kirche in Kontinuität mit dem erwählten Volk der Juden das Volk oder die Ekklesia Gottes dar. Sie ist aber auch der Leib Christi. Der Apostel Paulus entfaltet diesen hohen Kirchennamen im Blick auf die Kirche vor Ort, indem er auf die vielfältigen Begabungen des dreieinigen Gottes für jeden einzelnen Christen verweist: im 1. Korinterbrief, Kap. 10–12. Im Epheserbrief aber bezeichnet der Leib Christi durchgängig das Verhältnis der Gesamtkirche zu Christus: die untrennbare Zusammengehörigkeit, die Unterordnung des Leibes unter das Haupt Christus, den wirksamen Ursprung des „Wachstums“ der Kirche und das Ziel dieses „Wachstums“, die Überordnung Christi als des Geliebten und die Einheit des Leibes (vgl. H. Schlier, Epheserbriefkommentar, 1971, Exkurs S. 90). Und sie wird in dieser Welt erbaut als ein Tempel des Heiligen Geistes, in dem auch jeder einzelne Christ als lebendiger Stein eingefügt ist zu einer „Wohnung“ Gottes im Geist (Eph 2,22).
Dieses neutestamentliche Kirchenverständnis fordert die von Betreuungsstrukturen geprägten Kirchengemeinden der evangelischen Landeskirchen heraus zu einem Umdenken. Wir werden wieder Wachstum erfahren, wenn alle Glieder am Leben der Gemeinde teilhaben und sich einbringen. Dafür wird eine grundlegend neue Erarbeitung der Aufgabenstellung des traditionellen evangelischen Pfarramtes benötigt: Christen in den Gemeinden werden befähigt, ihre Charismen zu entdecken und einzubringen..
Der Segen des Dreieinigen Gottes will und soll alle in der universalen Kirche wie in den Gemeinden vor Ort erreichen und mit ihnen als „Kirche für Andere“ auch die Menschen an den Rändern und außerhalb der Kirche.
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