GEMEINDEBUND
Inhalt
Dezember 2007
Jan./Febr. 2008
April 2008
Juni 2008
August 2008
Oktober 2008
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Januar 2009
Januar 2009
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März 2011
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Juni 2012
September 2012
November 2012
Forum
Pro und Contra
Die Kirche steht nach Ansicht ihrer Leitung im Reformprozess. Dieser sei – so wird immer wieder betont – ohne Alternative. Manche pflichten dem bei. Mitglieder des Netzwerkes „Gemeindebund“ bestreiten dies. Die Argumente bilden sich auf beiden Seiten und nehmen Gestalt an – im Dialog. Ein Beispiel (aus dem Havelland):
(1) Die Kirche ist in ihrer komplexen Vielfalt etwas Wertvolles. Es ist richtig, zu versuchen, sie in dieser Vielfalt zu erhalten. Es macht nichts, dass das weder aus theologischem Antrieb geschieht noch theologisch überzeugend formuliert wird. Vielleicht ist es sogar besser, hier materielle und strukturelle Sachfragen zu sehen und sie sachlich zu lösen als das geistlich allzu sehr zu verbrämen. (1) Es ist wie mit einem Gewässer. Es kann sich um eine große Fläche handeln. Aber wenn der Zustrom von Frischwasser abgeschnitten wird, kippt das um, vielleicht zwar erst nach Jahren, dann aber mit Sicherheit. Das Quellgebiet der Kirche liegt in der Verkündigung, um die sich verbindliche Gemeinschaft bildet, aus der dann „spontan“ Werke der Liebe entspringen. Der Pflege der Quellgebiete sind die anderen Instanzen der Kirche zugeordnet.
(2) Statt die Trennung von geistlichem Amt und wirtschaftlicher Verantwortung zu beklagen, sollte man sich über die entstehenden Freiräume freuen und sie nutzen. Da, wo eine Entlastung der Amtsträger noch nicht gelingt, sollte versucht werden, die Institutionen zu optimieren. (2) Von den ersten Gemeinden an (Apg. 2ff.) war der Umgang mit dem Geld die Kehrseite der Verkündigung. Verwaltung wird geistlos und Verkündigung wird unsachlich, wenn man das auseinanderreißt. Um hier die Fleischwerdung des Wortes immer wieder neu zu erleben, muss man sich von absolutistischer Kameralistik und ausgelagerter Verwaltung dringend verabschieden.
(3) Der Gemeindebund hat bislang wenig Kontur. Er steht überdies in der Gefahr, sich aus dem Ganzen der Kirche zu weit zu lösen. Es ist nur bedingt sinnvoll, sich an den Freikirchen zu orientieren, denn deren Probleme sind nicht das Ziel unserer Sehnsucht (Vermengung von Finanziellem und Geistigem, Verengung auf ein bestimmtes soziales Milieu, Zwang zur Profilierung auf Kosten der Offenheit des Denkens …). Statt dessen wäre es die Aufgabe aller, die diesen Weg gehen wollen, selber Visionen zu formulieren und zu erproben. (3) Es mag altmodisch und fromm klingen – aber für den Heiligen Geist sollte ein Platz am Tisch frei bleiben! Man kann nicht alles planen und steuern. Das Wort „Vision“ ist heute zwar sehr beliebt. Man vergisst aber, dass die wahren Propheten Visionen hatten, die nicht ihrem Wunschdenken entsprangen, eher im Gegenteil …
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