GEMEINDEBUND
Inhalt
Dezember 2007
Jan./Febr. 2008
April 2008
Mai 2008
Sommer 2008
September 2008
November 2008
März 2009
September 2010
März 2011
Oktober 2011
Februar 2012
Februar 2012
März 2012
August 2012
Bericht
Gemeindebundtreffen in Blandikow bei Wittstock
Kirche Blandikow Festgottesdienst Blandikow
Mit einem Abendmahlsgottesdienst in Blandikow begann am 17. März 2012 um 14 Uhr das Frühlings-Treffen des „Gemeindebundes“ für unsere Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Als Predigerin konnten wir Pastorin Sabine Jeute aus Kronprinzenkoog in Dithmarschen (Schleswig-Holstein) begrüßen – als Gast im Gottesdienst unseren neuen Superintendenten Matthias Puppe.
Anschließend ging es los mit der Kaffeetafel im benachbarten Gasthaus. Die Teilnehmer unterhielten sich angeregt, Sabine Jeute dann berichtete Sabine Jeute von der Gründung des „Freien Forums Ortsgemeinde“ in der Nordkirche (zur Nordkirche gehören die früheren Landeskirchen von Mecklenburg, Pommern und Nordelbien). Seit einigen Jahren, so berichtete sie, wächst das Unbehagen über die Reformen vor allem in den kleinen Gemeinden in ihrer Landeskirche. Aus allen Kirchenkreisen in Schleswig-Holstein und auch aus der Großstadt Hamburg waren am 18. Februar 2012 Vertreter in Fockbek bei Rendsburg erschienen, insgesamt 65 Pastoren und Kirchenvorstände. Es herrschte sehr gute Stimmung – viele ließen zunächst ihrer Unzufriedenheit mit der Entwicklung der letzten Jahre freien Lauf, die die Kirchengemeinden immer mehr entmündigt. Hier einige Auszüge aus der Einladung bzw. der Gründungserklärung, die einstimmig beschlossen wurde:
»Die evangelische Kirche ist von unten, von den Gemeinden her, aufgebaut. … Als Kirche der Freiheit und Kirche der Vielfalt ist ihr eine hierarchische, einheitliche, autoritäre Struktur fremd. …“ (Isolde Karle, Kirche im Reformstress, Gütersloh 2010, S. 256) Unter diesem Leitwort haben wir aus vielen Gemeinden Nordelbiens uns heute in Fockbek versammelt. Was uns verbindet, ist der Wunsch und die Entschlossenheit, in der zukünftigen Nordkirche die Freiheit und Eigenständigkeit unserer Ortsgemeinden zu schützen und zu stärken.
Lobby für die Gemeinden
In den letzten zehn Jahren des Nordelbischen Reformprozesses haben viele von uns negative Erfahrungen mit einem unübersehbaren Trend zur Zentralisierung und Hierarchisierung der kirchlichen Strukturen gemacht. Einige der neu fusionierten Kirchkreise haben – oft gegen den erklärten Willen der Betroffenen – Regionalisierungen bzw. Fusionierungen von Ortsgemeinden durchgesetzt. Die Kirchenkreise und Pröpste werden mit Befugnissen ausgestattet, die beginnen in die Selbständigkeit der Kirchengemeinden und der Pastorenschaft einzugreifen. Eine betriebswirtschaftliche Sprache prägt das Miteinander.
Gemeinden im Aufwind
Im Anschluss an Prof. Dr. Christian Möller sind wir davon überzeugt, dass wir heute vor der Aufgabe stehen, „die Evangelische Kirche als eine von unten her aufgebaute Gemeindekirche wieder zu entdecken“, die – als „Kirche der kurzen Wege“ ihre „nachbarschaftliche Gestalt“ in den Ortsgemeinden gewinnt. Zurzeit dagegen – so Möller – wird unsere Kirche „immer gesichtsloser ..., je mehr sie sich in mittlere und höchste Ebenen, in Verwaltungen und in Gremien zurückzieht und dabei in inhaltsloser Werbesprache, in Verwaltungserlassen und in technokratischen Fachbegriffen verstummt.“ (ders. „Lasst die Kirche im Dorf“, Göttingen 2009, S. 27.f.).«
Kurz nach 17 Uhr endete ein schöner Nachmittag in Blandikow mit dem Lied: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ und Segen.
nach oben