GEMEINDEBUND
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Februar 2012
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Bericht
Gemeindebund-Begegnung in Pechüle (bei Treuenbrietzen)
Am 26. März feierte der Gemeindebund mit rund 85 Teilnehmern bei vorösterlichem Wetter einen eindrucksvollen Abendmahlsgottesdienst in der alten Kirche von Pechüle. Die Predigt, hielt der frühere Leiter des Theologischen Seminars Paulinum und frühere Berliner Petripfarrer Johannes Heidler über Lukas 9,62: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ Er legte dies so aus, dass uns Jesus Christus auf die Menschen und Aufgaben weise, die er uns unmittelbar vor die Füße legt, und die Kirche Jesu Christi dabei den Blick allein auf das Kommen des Herrn richte, dem sie frohgemut entgegenziehe. Auf die Frage, wie Kirche in 10 oder 20 Jahren aussehen könnte, was die „Reformer“ beschäftige, weise uns Jesus Christus damit nicht, sondern erlaube es, diese für uns übermäßige Sorge getrost auf Gott zu werfen.
OKR Rosemarie Cynkiewicz Nach dem Gottesdienst trafen sich alle im gegenüberliegenden Gasthaus bei Kaffee und Kuchen. Der Festsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Oberkonsistorialrätin i.R. Rosemarie Cynkiewicz aus Berlin (früher Ost-Berlin) ihren Vortrag zum Thema „Hierarchie in der Evangelischen Kirche?“ über die theologischen Grundlagen des evangelischen Kirchenaufbaus hielt. Demütiger geschwisterlicher Dienst sei vom Evangelium gefordert, eine damit unvereinbare Hierarchie sei unzulässig. So sei es früher üblich gewesen, dass man sich um Leitungsämter nicht bewerben konnte, sondern dazu ausschließlich berufen wurde.
Im Anschluss an den Vortrag berichtete der Vorsitzende des Gemeindebundes, Rechtsanwalt Georg Hoffmann, über die aktuelle Lage in der Kirche. Er erläuterte das brandneue Papier „Salz der Erde – Reform ist möglich“, das auf der Frühjahrstagung der Landessynode beschlossen werden soll. Es enthalte 13 Projekte zur Umsetzung der Kirchenreformen und sei wieder in rein betriebswirtschaftlicher Sprache abgefasst. Eine theologische Grundlegung solle erst später nachfolgen. Die Einrichtung einer Stabsstelle beim Bischof zur Gesamtsteuerung des Reformprozesses lasse nichts von einem demütigen geschwisterlichen Dienst erkennen. Alle kirchlichen Dienstbereiche würden auf den Reformprozess „Salz der Erde“ eingeschworen werden. Wehe dem, der sich bei so viel verbreiteter Euphorie erlaube, Kritik dagegen zu üben.
In der abschließenden leidenschaftlichen Aussprache wurde das neue Leitungsverständnis scharf kritisiert und eine gewisse Parallele zum soldatisch-hierarchisch aufgebauten Jesuitenorden festgestellt, auch angesichts der Befristung von Gemeindepfarrstellen auf zehn Jahre, was die Abhängigkeit der Pfarrer von der Landeskirche wesentlich erhöhe und sie fast so abhängig halte wie im Entsendungsdienst, in dem sie für eine Festanstellung auf die Beurteilung von Kirchenoberen angewiesen seien.
Pechüle, 26. März 2011
Als Zeichen der Hoffnung konnte der Vorstand des Gemeindebundes berichten, dass sich vielerorts der Widerstand rege und sich in der Evang.-luth. Kirche Bayerns, in der Evang. Kirche im Rheinland und in Nordelbien derzeit weitere Gemeindebünde in Gründung befänden und der bevorstehende Kirchentag in Dresden zur gegenseitigen Vernetzung genutzt werden soll.
Georg Hoffmann
Vorsitzender
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