GEMEINDEBUND
Inhalt
Dezember 2007
Jan./Febr. 2008
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Februar 2012
März 2012
August 2012
Berichte
Erster Schritt – von Martin Gestrich
Am 12. Januar fand in den Räumen der Berliner Stadtmission am Hauptbahnhof das zweite Treffen der Interessenten für ein zu gründendes Netzwerk „Gemeindebund“ statt. Diesmal wurde vor allem thematisch an der Frage gearbeitet, wie Kirchengemeinden ihre finanzielle Unabhängigkeit erreichen können.
Als Experte für Fundraising hielt Pfr. Thomas Gandow ein Referat, das viele praktikable und z.T. bereits praktizierte Lösungen umfasste. Neben der Kunst des Spendensammelns wurde die Möglichkeit, Stellen durch selbstgegründete Stiftungen zu finanzieren, erörtert. Auch die Frage, ob in bestimmten Fällen so etwas wie ein zeitgemäß definiertes Patronat in Frage kommt, wurde diskutiert. Dabei zeigten die sich häufenden Detailfragen, dass an dieser Stelle weitergearbeitet werden muss. Besonders die Idee, Stiftungen aufzubauen, weckte Interesse, zumal es bereits gelungene Beispiele aus der eigenen Landeskirche und anderen Kirchen gibt. Dieser ganze Themenkomplex, der, so die Hoffnung vieler Teilnehmer, in den Gemeinden viel Eigenverantwortung und Engagement wecken kann, führt unmittelbar zu den wichtigen Fragen der theologischen Zielsetzung. Somit handelt es sich um nicht mehr und nicht weniger als den ersten Schritt.
Das Projekt „Gemeindebund“ ist darauf angelegt, Einzelgänge und Isolation zu verhindern. Wenn Gemeinden in die Selbständigkeit aufbrechen wollen (bevor sie aufgrund der Sparkonzepte der Landeskirche und der Kirchenkreise als unabhängige Einheiten von der Landkarte verschwinden), sollten sie das mit Partnern tun. Die Idee ist, dass jede Gemeinde eine verbindliche Partnergemeinde hat, die sie auf allen Ebenen begleitet. Über die Erfahrungen solcher Partnerschaften in anderen Kirchen mehr zu hören, wird Gegenstand des nächsten Treffens am 15. März sein (s.u.). In diesem Zusammenhang wird sich die Frage stellen, ob Partnerschaften asymmetrisch (z.B. reiche Stadtgemeinde – armer Landpfarrsprengel) oder zwischen Gleichen geschlossen werden sollten. Vielleicht muss es auf diese Fragen keine einheitliche Antwort geben … Vielleicht, so eine Anregung der Initiatoren des „Gemeindebundes“, könnten aber jeweils zwei Partnergemeinden die schwierige Aufgabe der Stiftungen gemeinsam in Angriff nehmen. Womöglich würde dies auch die Verbindlichkeit der Zusammenarbeit erhöhen.
Der dritte Schritt wird sein, die praktischen Erwägungen mit grundlegendem systematisch-theologischem Nachdenken zu verbinden. Warum muss evangelische Kirche stets bei der Gemeinde ansetzen? Wie sind historische Versuche, Kirche kongregationalistisch zu denken, zu bewerten? Wie stellen sich in diesem Zusammenhang die Reformpapiere der Kirchen dar?
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