GEMEINDEBUND
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Berichte
Gründung eines „Gemeindebundes“ diskutiert
Berlin – Am 17. November wurden in den Räumen der Stadtmission am Hauptbahnhof die Beratungen zur Gründung eines Gemeindebundes aufgenommen. Ein solcher Bund könnte, so die Hoffnung der Initiatoren, die Gemeinden ermutigen, eigenständige Reformvorschläge zu entwickeln, statt die Initiative zur Suche nach künftigen Strukturen und Arbeitsweisen allein den anderen Ebenen der Kirche zu überlassen.
Auslöser des Treffens waren die Reformbestrebungen des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin. Der Kirchenkreis versucht, sich über den Widerspruch von Gemeinden hinwegzusetzen, die die Reform ablehnen. Diese sollen, wie die Kirchenleitung bekräftigte, zum Mitmachen gezwungen werden. Als Begründung wird eine Abstimmungsniederlage in der Kreissynode genannt. Diese Zwangsmaßnahme hat zur Folge, dass alle Gemeinden ihre Unabhängigkeit an den Kirchenkreis verlieren. Dabei handelt es sich, wie die meisten Teilnehmer des Treffens fanden, um einen unumkehrbaren Vorgang – auch wenn von einer befristeten „Erprobung“ gesprochen wird. Außerdem werde das Gemeindeverständnis der Grundordnung verletzt.
Die Zusammenkunft und weitere Rückmeldungen zeigten: Vielerorts wächst das Bewusstsein dafür, dass es sich bei dem Gang der Dinge in Wittstock-Ruppin um einen Präzedenzfall handelt. Dem Ausgang dieser Sache wird eine Bedeutung für viele Gemeinden beigemessen, die vor die Perspektive gestellt werden, Fusionen einzugehen – auch werden bevorstehende Kirchenkreisfusionen ähnliche Probleme hervorrufen.
Gekommen waren etwa dreißig Teilnehmer, Pfarrer/innen (darunter mehrere reformierte), interessierte Gemeindeglieder, Journalisten und Theologiestudenten. Die Initiatoren zogen Bilanz: Einmütigkeit bestand darin, dass sich das Thema nicht aus dem Handgelenk meistern lässt: „Wir brauchen einerseits weitere theologische Vertiefung“, so Matthias Stephan. „Andererseits müssen konkrete Schritte unternommen werden“. Auch Bernhard Hoppe unterstrich die Notwendigkeit einer soliden gedanklichen Grundlegung.
Konsens war auch, dass damit keine neuen Institutionen geschaffen werden sollen. „Ein Gemeindebund sollte vielmehr so etwas wie ein Netzwerk sein, allerdings eines, in dem mit hoher Verbindlichkeit zusammengearbeitet wird“, meint Gestrich. Ob dieser Ansatz weiterführt, werden die nächsten Monate zeigen.
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